Google Cloud bietet jetzt auch die Modelle von OpenAI an
GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna kommen in Googles Model Garden, zunächst als Preview für ausgewählte Unternehmenskunden. Abgerechnet wird über die Google-Rechnung. Was das für Einkauf, Datenschutz und die Wahl der KI-Plattform bedeutet.
Bislang mussten sich Unternehmen bei der Cloud oft auch für ein KI-Modell entscheiden. Wer GPT nutzen wollte, landete bei Microsoft Azure oder direkt bei OpenAI. Das ändert sich weiter: Google Cloud hat am 21. Oktober angekündigt, die aktuellen Modelle von OpenAI in seine Plattform aufzunehmen. Reuters hat die Meldung bestätigt.
Was Google anbietet
Es geht um die drei aktuellen Modelle GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und das günstige GPT-6 Luna. Sie stehen im Model Garden bereit, Googles Katalog für KI-Modelle. Allerdings noch nicht für alle: Laut Google läuft gerade eine „private preview to select enterprise customers“. Reuters spricht von einer breiteren Verfügbarkeit in den kommenden Wochen.
Für Unternehmen ist vor allem die Abrechnung interessant. Die Modelle werden über den Google Cloud Marketplace bezogen und landen auf der normalen Google-Rechnung. Die Nutzung zählt auf bestehende Abnahmezusagen und auf die Flexible Savings Plans. Wer also ohnehin ein Cloud-Budget bei Google hat, kann OpenAI damit bezahlen, ohne einen neuen Vertrag zu verhandeln.
Dazu kommt Codex, OpenAIs Programmierwerkzeug. Die Kommandozeile und die Desktop-App lassen sich laut Google ab sofort mit Googles Plattform verbinden, die Rechenarbeit läuft dann über Google. Später sollen die Modelle auch in Gemini for business und in der Entwicklungsumgebung Antigravity auftauchen.

Warum das jetzt möglich ist
Microsoft hatte lange ein Exklusivrecht auf die Modelle von OpenAI in der Cloud. Mit der Neufassung der Partnerschaft am 27. April 2026 ist das gefallen. Azure bleibt die erste Adresse für neue Produkte, OpenAI darf aber auch an andere Anbieter liefern. AWS hat das schon kurz danach genutzt, nun folgt Google. Nach eigener Darstellung ist Google damit der einzige große Cloud-Anbieter mit allen drei führenden geschlossenen Modellreihen, also Gemini, Claude und GPT. Michael Gerstenhaber, Produktchef für Gemini bei Google Cloud, schreibt dazu:
„Google Cloud has always been defined by choice, enterprise-grade governance, and market-leading price-performance.“
Was noch offen ist
Beim Datenschutz verspricht Google, dass Kundendaten „never used to train foundation models“ werden. Zwei wichtige Bausteine fehlen aber noch: Zero Data Retention, also der Verzicht auf jede Speicherung der Anfragen, und Confidential Compute sind beide nur als „coming soon“ angekündigt. Zu Preisen und zu den Rechenzentrumsregionen macht Google in der Ankündigung keine Angaben. Für europäische Unternehmen ist gerade die Frage, ob die Modelle in einer EU-Region laufen, entscheidend.
Was das für Ihr Unternehmen heißt
- Einkauf vereinfachen: Wer Google Cloud nutzt, kann OpenAI künftig über bestehende Verträge und Budgets beziehen, statt einen weiteren Anbieter aufzunehmen.
- Modelle vergleichen: Gemini, Claude und GPT auf einer Plattform machen direkte Tests mit den eigenen Daten leichter.
- Datenstandort klären: Vor dem Einsatz mit personenbezogenen Daten prüfen, in welcher Region die Modelle laufen und was im Auftragsverarbeitungsvertrag steht.
- Auf ZDR warten, wo nötig: Für sensible Inhalte lohnt es sich, bis zur verfügbaren Zero Data Retention zu warten.
- Preise nachrechnen: Ob OpenAI über Google günstiger oder teurer ist als direkt, ist noch nicht bekannt. Rabatte aus Cloud-Zusagen können den Unterschied machen.
Fazit
Die großen Cloud-Plattformen werden zu Marktplätzen für KI-Modelle. Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht: Die Wahl des Modells hängt weniger an der Wahl der Cloud, und das stärkt die Verhandlungsposition. Bevor Sie umstellen, sollten Datenstandort und Datenschutzzusagen aber schwarz auf weiß vorliegen. Wenn Sie wissen möchten, welche Plattform und welches Modell zu Ihren Anwendungen passt, sprechen Sie mich gern an.