Speicher als Kostenfaktor: KI-Rechenzentren treiben RAM- und SSD-Preise
Gartner erwartet bis Jahresende 130 Prozent höhere Kosten für DRAM und SSD. Server-DRAM kostet bereits 60 bis 70 Prozent mehr als zuvor.
Der Ausbau der KI-Rechenzentren schlägt inzwischen auf die Hardwarepreise durch, die jedes Unternehmen betreffen. Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Fertigungskapazitäten in Richtung der Speichertypen verschoben, die in KI-Servern verbaut werden. Für den Rest des Marktes bleibt weniger übrig, und das zeigt sich in den Preisen.
Was die Zahlen sagen
Gartner erwartet, dass die kombinierten Kosten für DRAM und SSD bis Ende 2026 um bis zu 130 Prozent über dem Ausgangsniveau liegen. Bei PCs rechnen die Analysten mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 17 Prozent gegenüber 2025, bei Smartphones mit 13 Prozent. Der Speicheranteil an den Materialkosten eines PCs steigt demnach von rund 16 auf etwa 23 Prozent.
Im Servergeschäft ist der Effekt bereits angekommen. Für Server-DRAM verlangen Samsung und SK Hynix Berichten zufolge 60 bis 70 Prozent mehr als zuvor, Dell hat die Preise für Server um 15 bis 20 Prozent angehoben. Im Endkundenmarkt kostet ein 32-GB-DDR5-Kit im Sommer 2026 je nach Ausführung zwischen 475 und 540 Euro und damit etwa das Vierfache des Vorkrisenniveaus.
Als Ursache gilt die Nachfrage der Hyperscaler, die sich über Vorauszahlungen und langfristige Verträge einen Großteil der weltweiten Speicherproduktion sichern. Neue Fertigungskapazitäten sind im Bau, liefern nach den gängigen Marktprognosen aber frühestens Ende 2027 nennenswerte Mengen.
Folgen für die IT-Beschaffung
Kleine und mittlere Unternehmen trifft das doppelt. Server-DDR5 und Enterprise-SSDs stehen direkt im Sog der KI-Nachfrage, und bei der Zuteilung knapper Ware haben Einzelabnehmer wenig Verhandlungsmacht gegenüber Großkunden.
Die übliche Strategie, mit einer Beschaffung auf einen günstigen Zeitpunkt zu warten, funktioniert unter diesen Bedingungen schlecht. Innerhalb weniger Wochen können mehrere Preiswellen durchlaufen, und Lieferzeiten verlängern sich, wenn Hersteller Kontingente bevorzugt an Großabnehmer vergeben.
Womit sich rechnen lässt
Anstehende Hardwarebeschaffungen lassen sich vorziehen, solange Budget und Lagerfähigkeit das hergeben, statt sie ins nächste Quartal zu verschieben. Bei Ersatz- und Erweiterungsbedarf lohnt der Blick darauf, ob eine Aufrüstung bestehender Systeme reicht, bevor komplette Neugeräte beschafft werden.
Für neue Projekte verschiebt sich außerdem die Rechnung zwischen eigenem Blech und Miete. Cloud-Anbieter geben die gestiegenen Hardwarekosten mit Verzögerung weiter, weil sie langfristige Lieferverträge halten, während eine Eigenbeschaffung heute zum Tagespreis erfolgt. Umgekehrt binden Cloud-Verträge laufende Kosten, die bei steigenden Preisen ebenfalls nachziehen können. Wer 2027 größere Investitionen plant, sollte beide Varianten mit aktuellen Zahlen durchrechnen statt mit den Erfahrungswerten aus den Vorjahren.