Gemini 4 Argon für alle: Halber Preis nur bis Ende November
Google hat Gemini 4 Argon am 13. Oktober für zahlende Kunden freigegeben, per API, Google Cloud und in den Abos Pro und Ultra. Bis 30. November kostet das Modell die Hälfte, danach 4 und 20 Dollar je Million Token. Was unabhängige Tests zeigen und wie Unternehmen jetzt sinnvoll testen.
Vor zwei Wochen hat Google Gemini 4 Argon vorgestellt, nutzen durften es zunächst aber nur ausgewählte Sicherheitsforscher. Seit dem 13. Oktober 2026 ist das Modell weltweit für zahlende Kunden verfügbar: über die Gemini API, für Unternehmen über Google Cloud und in den Abos Google AI Pro und Ultra. Gleichzeitig hat Google verraten, wie lange der günstige Einführungspreis gilt. Für Unternehmen heißt das: Es gibt jetzt ein Zeitfenster zum Testen, aber keinen Dauerrabatt.
Wer Argon jetzt nutzen kann
Laut Googles Ankündigung von Koray Kavukcuoglu, Chef-KI-Architekt bei Google, steht Argon an mehreren Stellen bereit:
- Entwickler: über die kostenpflichtige Stufe der Gemini API in AI Studio und in Android Studio
- Unternehmen: über die Gemini-Angebote für Firmen, die API und die Entwicklungsumgebung Google Antigravity
- Abonnenten von AI Pro und Ultra: in der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche, Ultra zusätzlich in Antigravity
Wer nur die Gratisversion von Gemini nutzt, bekommt Argon nicht. Zu Besonderheiten für die EU oder Deutschland äußern sich weder Google noch heise.
Das Kontextfenster umfasst laut Google eine Million Token, und zwar für Eingabe und Ausgabe zusammen. Lange Dokumente und ausführliche Antworten teilen sich also dasselbe Budget.
Der Preis verdoppelt sich am 1. Dezember
Zum Start kostet Argon 2 Dollar je Million Eingabe-Token und 10 Dollar je Million Ausgabe-Token. Zwischengespeicherte Eingaben sind 95 Prozent günstiger. Neu ist das Enddatum: Die Einführungsphase endet laut Google am 30. November 2026. Danach gelten 4 und 20 Dollar, so viel wie bei Claude Opus 5.5 und bei Metas Muse Wonder.
Wie stark der Rabatt die Rechnung schönt, zeigt die Auswertung von Artificial Analysis, über die heise berichtet. Eine Aufgabe aus dem Intelligence Index kostet mit Argon derzeit 1,99 Dollar. Ohne Rabatt und bei gleichem Tokenverbrauch wären es rechnerisch 3,98 Dollar. Die niedrigen Kosten beruhen laut Artificial Analysis auf dem befristeten Preis und nicht auf einem sparsamen Tokenverbrauch.

Was unabhängige Tests zeigen
Google selbst hatte Argon bei der Vorstellung in 13 von 18 Tests vorn oder gleichauf mit der Konkurrenz gesehen, wie wir im ersten Beitrag zu Argon beschrieben haben. Die unabhängigen Zahlen von Artificial Analysis fallen gemischter aus:
- Intelligence Index: Argon kommt auf 53 Punkte. Vorn liegt Claude Opus 5.5 mit 58, dahinter Claude Sonnet 5.5 und Muse Wonder Full mit je 56.
- AutomationBench: Hier liegt Argon vorn. Es erfüllt 78 Prozent der Aufgabenziele ohne Regelverstöße, Opus 5.5 schafft 70 Prozent, Gemini 3.8 Flash 60 Prozent.
- Wissenstest Omniscience: 50 Prozent der Antworten sind richtig, nur 15 Prozent der übrigen eindeutig falsch. Argon erfindet also vergleichsweise selten etwas, beantwortet aber viele Fragen nicht vollständig.
Für Automatisierung, also mehrstufige Abläufe mit Werkzeugen, ist Argon damit ein ernsthafter Kandidat. Beim allgemeinen Leistungsindex liegt es dagegen nicht an der Spitze.
Googles eigene Zahlen
Den praktischen Nutzen belegt Google mit internen Werten. Diese Angaben stammen vom Hersteller und sind nicht unabhängig geprüft. Mit Argon in Antigravity hätten Google-Teams über 35 Prozent mehr Codeänderungen von Agenten eingereicht, zurückgenommen werden mussten knapp ein Drittel weniger. Im Sicherheitstest Gray Swan zu indirekter Prompt Injection lag die Erfolgsquote der Angriffe laut Google bei 0,7 Prozent, über jeweils 15 angepasste Versuche.
Argon works longer and harder to solve highly complex scientific, coding, and agentic problems.
So beschreibt Google das Modell: Argon arbeite länger und gründlicher an komplexen Aufgaben aus Wissenschaft, Programmierung und Agenten-Abläufen. Länger arbeiten heißt allerdings auch: mehr Token. Wie teuer ein Modell im Alltag wird, entscheidet nicht der Listenpreis allein, sondern wie viel es für eine Aufgabe verbraucht.
Was das für Ihr Unternehmen heißt
- Das Testfenster nutzen: Bis 30. November lassen sich eigene Abläufe zum halben Preis mit Argon prüfen. Vergleichen Sie es an echten Aufgaben aus Ihrem Betrieb, nicht an Benchmarks.
- Mit dem vollen Preis kalkulieren: Wer jetzt eine Anwendung auf Argon baut, sollte die Wirtschaftlichkeit mit 4 und 20 Dollar je Million Token rechnen. Sonst wird aus einem günstigen Pilotprojekt im Dezember eine doppelt so teure Produktion.
- Kosten je Aufgabe messen: Entscheidend ist, was ein erledigter Vorgang kostet. Ein Modell, das gründlicher arbeitet, kann trotz gleichem Listenpreis teurer sein. Dass mehr Aufwand nicht automatisch bessere Ergebnisse bringt, zeigt auch unser Beitrag zu Agenten-Teams.
- Modellwechsel ermöglichen: Opus 5.5, Muse Wonder und Argon kosten nach dem Rabatt gleich viel. Wer seine Anwendung so baut, dass sich das Modell austauschen lässt, kann je Aufgabe das passende wählen.
- Datenschutz klären: Für Unternehmensdaten gehört Argon über die bezahlte API oder Google Cloud angebunden, nicht über private Abos. Prüfen Sie Vertragsbedingungen und Speicherort, bevor personenbezogene Daten fließen.
Fazit
Mit der Freigabe ist Argon vom Ankündigungsthema zum echten Werkzeug geworden. Bei Automatisierungsaufgaben spielt es vorn mit, im allgemeinen Vergleich liegt es hinter den Claude-Modellen. Der Einführungspreis ist ein guter Anlass zum Testen, aber keine Grundlage für die Kalkulation. Wenn Sie wissen möchten, welches Modell für Ihre Abläufe am meisten bringt und was es Sie wirklich kostet, sprechen Sie mich gern an.