Kimi K3: Moonshot AI stellt das bislang größte offene KI-Modell vor

Moonshot AI hat Kimi K3 veröffentlicht - ein offenes Mixture-of-Experts-Modell mit rund 2,8 Billionen Parametern und 1-Mio-Token-Kontext. Was neu ist und was die Nutzung kostet.

Eisenspäne bilden das Magnetfeld eines Dipols auf einem Schreibtisch mit Notizen

Das chinesische KI-Unternehmen Moonshot AI hat am 16. Juli 2026 sein neues Flaggschiff Kimi K3 vorgestellt - nach eigenen Angaben das bislang größte quelloffene (Open-Weight) Sprachmodell. Es setzt die Kimi-Reihe fort und rückt in Benchmarks in die Nähe der stärksten westlichen Systeme. Die vollständigen Gewichte sollen laut Moonshot in den kommenden Tagen folgen.

Was Kimi K3 ist

Kimi K3 ist ein Mixture-of-Experts-Modell mit rund 2,8 Billionen Parametern. Von diesen sind pro Token nur wenige aktiv: Das Modell verfügt über 896 sogenannte Experten, von denen je Token 16 genutzt werden. Das hält die Rechenkosten pro Anfrage niedriger, als es die reine Parameterzahl vermuten lässt.

Weitere Eckdaten:

Was neu ist

Gegenüber dem Vorgänger K2 bringt K3 vor allem eine überarbeitete Architektur mit:

  • Kimi Delta Attention (KDA): ein hybrider, linearer Attention-Mechanismus. Moonshot gibt an, dadurch eine rund 2,5-fach bessere Skalierungseffizienz als bei K2 zu erreichen - also mehr Leistung pro eingesetztem Rechenaufwand.
  • Durchgehend multimodal: K3 versteht Text, Bild und Video in einem Modell und eignet sich damit auch für Aufgaben rund um Motion Design, Animation und Videoschnitt.
  • Zwei Varianten zum Start: K3 Max für Chat- und Agenten-Aufgaben sowie K3 Swarm Max für stark parallele Verarbeitung. Verfügbar zuerst in Kimi Code und in der Kimi-App.
  • Neue Funktionen in Kimi Work: Widgets und ein Dashboard. Damit lassen sich interaktive Komponenten direkt im Chat erzeugen und mit lokalen Daten oder externen Plugins verbinden.

Erhalten bleibt die "agentische DNA" der K2-Reihe: native Tool-Nutzung über MCP, mit der die Vorgänger für viele Teams zum Standard-Open-Agent wurden.

Leistung

Moonshot nennt zum Start unter anderem folgende Benchmark-Werte:

  • GPQA Diamond: 93,5 %
  • Terminal-Bench 2.1: 88,3 %
  • BrowseComp (agentisches Recherchieren): 91,2 %
  • Humanity's Last Exam (mit Werkzeugen): 56,0 %
  • MCP Atlas: 84,2 %

Wie immer bei Hersteller-Benchmarks gilt: Sie geben eine Richtung vor, ersetzen aber keinen Test im eigenen Anwendungsfall.

Was es kostet

Die Preise über die offizielle Moonshot-API (Modell-ID kimi-k3, Stand 16. Juli 2026):

  • Eingabe-Token: 3,00 US-Dollar pro 1 Mio. Token
  • Eingabe-Token bei Cache-Treffer: 0,30 US-Dollar pro 1 Mio. Token
  • Ausgabe-Token: 15,00 US-Dollar pro 1 Mio. Token
  • Web-Suche: 0,004 US-Dollar pro Aufruf

Die Preise gelten flach über das gesamte 1-Mio-Token-Fenster - einen Aufschlag für besonders lange Kontexte gibt es also nicht. Deutlich ist aber der Sprung gegenüber der K2-Reihe: Wer von K2.7 auf K3 wechselt, zahlt grob das Dreifache pro Eingabe- und rund das Vierfache pro Ausgabe-Token. Die höhere Qualität hat damit ihren Preis.

Zum Start gab es zudem eine Aktion mit 10-30 % Bonusguthaben auf API-Aufladungen (befristet bis 11. August).

Einordnung

K3 ist vor allem ein Signal: Ein offenes Modell aus China erreicht ein Niveau, das bislang kommerziellen Spitzenmodellen vorbehalten war - und das bei frei verfügbaren Gewichten. Für Unternehmen, die KI selbst betreiben oder unabhängig von einzelnen Anbietern bleiben wollen, wird die Auswahl damit größer.

Gleichzeitig zeigen die Preise, dass "offen" nicht automatisch "günstig" bedeutet: Für den Betrieb über die API liegt K3 klar über den bisherigen Kimi-Modellen. Wer das Modell selbst hostet, braucht wegen der Größe entsprechende Hardware.

Update 1 Starke Nachfrage: Anfragen werden zeitweise pausiert

Seit dem Start häufen sich Berichte, dass Kimi K3 die Nachfrage nicht durchgängig bedienen kann. Nutzer melden, dass Anfragen (Prompts) und Agenten-Aufgaben abgebrochen werden; in der App erscheint dann die Meldung „Aufgabe pausiert - hohe Nachfrage" (in der englischen Oberfläche teils „Task paused due to system peak").

Ein eigener Test mit dem kostenlosen Plan bestätigt das: Anfragen wurden wiederholt mit genau diesem Hinweis abgewiesen. Betroffen scheint vor allem der kostenlose Zugang über die App zu sein; die kostenpflichtige API und höhere Pläne dürften bei der Kapazität Vorrang haben.

Eine offizielle Stellungnahme von Moonshot AI zu den Engpässen liegt bislang nicht vor. Der angekündigte Termin für die vollständigen offenen Gewichte (27. Juli) ist davon nicht betroffen.

Update 2 Moonshot AI äußert sich zur Verfügbarkeit

Moonshot AI hat sich inzwischen auf X zur aktuellen (Nicht-)Verfügbarkeit von Kimi K3 geäußert. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Nachfrage sind derzeit keine freien Kapazitäten mehr verfügbar. Das bedeutet, dass aktuell weder der kostenlose noch die kostenpflichtigen Tarife gebucht werden können.

Nach eigenen Angaben arbeitet Moonshot AI bereits daran, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen, damit möglichst bald wieder neue Plätze verfügbar sind.

Link zu X

Richard von Rüden
Über den Autor Richard von Rüden Senior Entwickler & AI Engineer

Seit über 15 Jahren entwickle ich Websites und Apps und beschäftige mich intensiv mit KI-Automatisierung sowie Datenschutz. In meinen Artikeln teile ich aktuelle News, fundiertes Fachwissen und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten.

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