Meta veröffentlicht Coding-Agent Muse Code

Meta hat mit Muse Code einen Terminal-Coding-Agenten in der Beta veröffentlicht. Basis ist das neue Modell Muse Spark 1.2.

Person tippt Programmcode auf einem Laptop - Symbolbild für einen Coding-Agenten

Meta hat am 5. August 2026 seinen ersten eigenen Coding-Agenten vorgestellt. Muse Code läuft im Terminal, ist als öffentliche Beta für macOS und Linux verfügbar und wird über ein Installationsskript von dev.meta.ai eingerichtet. Eine grafische Oberfläche gibt es zum Start nicht.

Was der Agent leisten soll

Nach Angaben von Meta übernimmt Muse Code vollständige Entwicklungsaufgaben über größere Repositories hinweg: Änderungen planen, Code schreiben und die Ergebnisse anschließend selbst überprüfen. Dazu kommen Hintergrund-Agenten, die über eine gesamte Sitzung hinweg aktiv bleiben, statt für jede einzelne Aufgabe neu gestartet zu werden.

Mitgeliefert werden drei Standard-Skills: /plan gliedert eine Aufgabe in Schritte, /grill testet ein Ergebnis unter Stress, /goal arbeitet auf ein definiertes Ziel hin.

Lokales Event-Log für den Wiederanlauf

Technisch setzt der Agent auf ein lokales Append-only-Log. Jeder Modellaufruf, jeder Tool-Lauf, jede Freigabe und jede Änderung wird dort angehängt. Meta beschreibt die Laufzeitumgebung dadurch als exakt wiederholbar und neustartfest: Nach einem Absturz soll der Agent genau an der Stelle weiterarbeiten, an der er unterbrochen wurde.

Muse Spark 1.2 als Grundlage

Angetrieben wird Muse Code vom neuen Modell Muse Spark 1.2, das parallel erschienen ist und laut Meta gemeinsam mit dem Agenten trainiert wurde. Das Unternehmen nennt als Schwerpunkte Codegenerierung, Debugging, das Verständnis ganzer Codebasen sowie lang laufende Aufgaben. Das Modell ist auch über die Meta Model API erreichbar. Modellgewichte zum Herunterladen wurden nicht angekündigt.

Benchmark-Angaben des Herstellers

Meta verweist auf Ergebnisse in Terminal-Bench 2.1 (89 Aufgaben), DeepSWE v1.1 (113 Aufgaben aus 91 Repositories in fünf Programmiersprachen) und einem internen Benchmark aus 440 realen Pull Requests. Als Referenzwert des Vorgängers nennt das Unternehmen 80,0 Punkte für Muse Spark 1.1 in Terminal-Bench 2.1. In einer Fallstudie zur Optimierung von GPU-Kerneln auf NVIDIA-Hopper-Hardware arbeitete das Modell nach Herstellerangaben mit über 1.000 Tool-Aufrufen bis zu 24 Stunden an einer Aufgabe. Die Zahlen stammen von Meta und sind bislang nicht unabhängig überprüft.

Preise

Der Zugang läuft nach Berichten von CNBC und Seeking Alpha nutzungsabhängig ab: 1,25 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 4,25 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token.

Einordnung

Mit Muse Code besetzt Meta ein Feld, in dem bereits Claude Code von Anthropic und Codex von OpenAI etabliert sind. Für Meta ist es der erste eigene Agent dieser Art; das Unternehmen hatte seine Modellreihe im laufenden Jahr von Llama auf Muse Spark umgestellt.

Richard von Rüden
Über den Autor Richard von Rüden Senior Entwickler & AI Engineer

Seit über 15 Jahren entwickle ich Websites und Apps und beschäftige mich intensiv mit KI-Automatisierung sowie Datenschutz. In meinen Artikeln teile ich aktuelle News, fundiertes Fachwissen und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten.

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