Terafab: Tesla und SpaceX bestätigen Chipfabrik in Texas für 16,8 Milliarden Dollar

Der Standort in Grimes County steht, die erste Phase kostet 16,8 Milliarden Dollar. Frühere Angaben lagen deutlich höher.

Mitarbeiter im Reinraumanzug schiebt einen Transportwagen durch eine Halbleiterfertigung

Tesla und SpaceX haben am 6. August 2026 bestätigt, wo ihre gemeinsame Chipfabrik entsteht: in Grimes County im US-Bundesstaat Texas, rund eine Autostunde nordwestlich von Houston. Für die erste Bauphase nennen die Unternehmen ein Investitionsvolumen von mehr als 16,8 Milliarden US-Dollar und mindestens 3.000 Arbeitsplätze, überwiegend aus Grimes und dem benachbarten Brazos County.

Das Projekt trägt den Namen Terafab und war im März 2026 erstmals angekündigt worden. Geplant ist ein Komplex mit mehr als 100 Millionen Quadratfuß, also gut 9,3 Millionen Quadratmetern Fertigungsfläche. Elon Musk bezeichnete die Anlage als das „mit Abstand größte und wertvollste Gebäude der Erde". Unter einem Dach sollen Logik- und Speicherchips, Advanced Packaging und Test zusammenkommen, statt wie üblich über mehrere Standorte und Zulieferer verteilt zu sein.

Der Bedarf, mit dem die Unternehmen argumentieren

In der Mitteilung heißt es, beide Unternehmen bräuchten „weit mehr Chips, als die derzeitige und künftige weltweite Produktion liefern kann". Als Zielgröße nennen sie über ein Terawatt Rechenleistung pro Jahr, was nach Musks Angaben rund einer Milliarde Chips jährlich entspricht.

Der Bedarf verteilt sich auf drei Produktlinien. Tesla braucht Inferenz-Chips für autonomes Fahren, das Robotaxi Cybercab und den humanoiden Roboter Optimus. Dafür ist der AI5 vorgesehen, dem Tesla gegenüber dem heutigen AI4 die fünfzigfache Leistung zuschreibt. SpaceX benötigt leistungsstärkere und strahlungsgehärtete Varianten für die geplanten KI-Rechenzentren im Erdorbit, deren Rechen-Nutzlast das Unternehmen Anfang August gemeinsam mit Nvidia angekündigt hatte.

Nahaufnahme eines Prozessors mit goldenen Kontaktflächen und Bauteilen auf grüner Platine

Intel liefert die Fertigungskompetenz

Seit April 2026 ist Intel Teil des Vorhabens. Der Konzern bringt nach eigener Darstellung die Fähigkeit ein, „Hochleistungschips in großem Maßstab zu entwerfen, zu fertigen und zu verpacken". Details zur Vertragsgestaltung haben beide Seiten nicht veröffentlicht, Intel lehnte weitergehende Auskünfte ab. Für Intels Foundry-Geschäft, das seit Jahren Großkunden sucht, ist die Beteiligung an einem Projekt dieser Größenordnung ein sichtbarer Referenzfall.

Ein Standort mit vorhandener Infrastruktur

Die Standortwahl folgt einer nachvollziehbaren Logik. Das Gelände am Gibbons Creek Reservoir umfasst rund 6.000 Acres und ist eine Industriebrache: Dort stand bis 2018 ein Kohlekraftwerk der Texas Municipal Power Agency, das 1982 in Betrieb ging. Damit existieren Netzanschluss im dreistelligen Megawattbereich und Wasserrechte bereits, was den sonst üblichen mehrjährigen Vorlauf für Anschlussverfahren im texanischen Netzbetrieb verkürzt.

Für die Chipfertigung wird ultrareines Wasser in großen Mengen gebraucht. SpaceX hat zugesagt, es dem Reservoir zu entnehmen und nicht dem lokalen Grundwasser. Die Steuervergünstigungen für das Projekt hat der County beschlossen, bei einer Anhörung äußerten Anwohner allerdings Kritik an der Höhe der Subventionen und an der Informationslage.

Zur Kapazität nennen Unterlagen zunächst 100.000 Wafer-Starts pro Monat, im Vollausbau bis zu eine Million. Erste Chips werden für Ende 2027 erwartet, die Serienfertigung für 2028. Eine kleinere Pilotlinie läuft bereits auf dem Tesla-Gelände Giga Texas in Austin.

Die Zahlen schwanken erheblich

Auffällig ist, wie stark sich die Angaben zum Investitionsvolumen seit der ersten Ankündigung verändert haben. Im März war von 25 Milliarden Dollar die Rede. Ein im Mai veröffentlichter Genehmigungsantrag bezifferte allein die erste Phase auf 55 Milliarden Dollar, der Gesamtausbau über mehrere Phasen wurde mit bis zu 119 Milliarden Dollar angegeben. Die nun genannten 16,8 Milliarden Dollar für Phase eins liegen damit bei rund einem Drittel dessen, was das Unternehmen drei Monate zuvor selbst eingereicht hatte.

Hinzu kommt eine Einschränkung aus SpaceX' eigenen Börsenunterlagen: Dort wird Terafab als „allgemeiner Rahmen" beschrieben, verbindliche Vereinbarungen zwischen den beteiligten Unternehmen bestehen demnach nicht. Analysten von Bernstein haben zudem vorgerechnet, dass der Aufbau von Fertigungskapazität für ein volles Terawatt Rechenleistung pro Jahr über die gesamte Lieferkette hinweg zwischen 5 und 13 Billionen Dollar kosten würde. Zwischen der angekündigten Zielgröße und der jetzt zugesagten Anfangsinvestition liegen also mehrere Größenordnungen.

Richard von Rüden
Über den Autor Richard von Rüden Senior Entwickler & AI Engineer

Seit über 15 Jahren entwickle ich Websites und Apps und beschäftige mich intensiv mit KI-Automatisierung sowie Datenschutz. In meinen Artikeln teile ich aktuelle News, fundiertes Fachwissen und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten.

Kostenlose Beratung
← Zurück zu den News