Windows Update: Alte Rechner verlieren 2027 den Anschluss

Im Mai und Juni 2027 laufen Zertifikate für Windows Update ab. Nicht unterstützte Windows-Versionen bekommen danach keine Updates mehr, und auch unterstützte Systeme ohne aktuelle Patches sind betroffen. Was IT-Verantwortliche jetzt prüfen sollten.

Großraumbüro mit leeren Schreibtischen und Computerbildschirmen

Microsoft tauscht die Zertifikate aus, mit denen sich Windows-Geräte mit Windows Update verbinden. Das klingt nach einem technischen Detail, hat aber Folgen für fast jedes Unternehmen: Wer bis zu den Stichtagen im Mai und Juni 2027 nicht die nötigen Updates installiert hat, bekommt danach keine Updates mehr. Microsoft hat das am 8. Oktober 2026 im Message Center angekündigt (MC1491763), BleepingComputer und Techzine haben am 9. Oktober darüber berichtet.

Zwei Stichtage im Jahr 2027

Laut Microsoft laufen die Zertifikate in zwei Wellen ab:

A set of these certificates will expire on May 17, 2027 and June 19, 2027

Welche Mindestversion nötig ist, hängt vom System ab:

  • Bis 17. Mai 2027: Windows Server 2016, Windows Server 2019 und Windows 10 Enterprise 2019 LTSC brauchen mindestens das Update vom Juli 2026.
  • Bis 19. Juni 2027: Windows 11 24H2 und Windows Server 2025 brauchen mindestens das Update vom September 2025. Die übrigen unterstützten Windows-11-Versionen, Windows Server 2022 und die unterstützten Windows-10-Versionen brauchen mindestens das Update vom Juli 2026.
  • Windows 11 ab 25H2 muss nichts tun.

Ohne Support keine Lösung

Für Windows-Versionen, die keinen Support mehr haben, gibt es keinen Ausweg. Microsoft schreibt, dass diese Geräte den Zugang zu Windows Update verlieren und in der Folge keine Updates mehr erhalten. Wer also noch alte Windows-10-Rechner ohne erweiterten Support oder Server älterer Generationen betreibt, steht ab Mitte 2027 ohne jeden Update-Kanal da.

Heikler ist ein zweiter Punkt: Auch unterstützte Systeme können betroffen sein, wenn ihnen die nötigen Updates fehlen. Das trifft genau die Geräte, die in vielen Firmen bewusst nicht aktualisiert werden, etwa weil eine Fachanwendung oder eine Maschinensteuerung mit neuen Patches Probleme machen könnte. Laut Techzine bleibt für solche Fälle der manuelle Weg über den Microsoft Update Catalog. Geräte, die ihre Updates über einen eigenen WSUS-Server beziehen, sind laut den Berichten nicht betroffen.

Server-Rack mit eingebauten Servereinheiten in einem Rechenzentrum

Warum das Thema jetzt auf die Liste gehört

Bis Mai 2027 sind es rund sieben Monate. Das klingt nach viel Zeit, ist aber knapp, wenn erst einmal herausgefunden werden muss, welche Geräte überhaupt betroffen sind. Gerade Rechner an Produktionsanlagen, Kassensysteme, Laborgeräte oder einzelne Server im Keller tauchen in keinem Inventar auf. Fällt bei ihnen der Update-Kanal weg, bleiben künftige Sicherheitslücken offen, und wie schnell Angreifer heute Lücken ausnutzen, zeigt der VulnCheck-Report.

Was das für Ihr Unternehmen heißt

  • Bestand aufnehmen: Erfassen Sie alle Windows-Geräte mit Version und Patchstand, auch die, die selten jemand anfasst.
  • Fristen zuordnen: Ordnen Sie jedes Gerät einem der beiden Stichtage zu und prüfen Sie, ob das Juli-2026- beziehungsweise September-2025-Update installiert ist.
  • Ausnahmen klären: Für Rechner, die aus Kompatibilitätsgründen keine automatischen Updates bekommen, mit dem Softwarehersteller klären, ob das nötige Update freigegeben werden kann, oder es gezielt über den Update Catalog einspielen.
  • Altgeräte ablösen: Systeme ohne Support sollten bis Mai 2027 ersetzt, isoliert oder in einen bezahlten erweiterten Support überführt werden.
  • Dienstleister ansprechen: Wenn ein externer IT-Partner Ihre Geräte betreut, fragen Sie aktiv nach, ob die Zertifikatsumstellung auf dem Plan steht.

Fazit

Die Zertifikatsumstellung bei Windows Update ist kein akuter Notfall, aber eine Frist mit harter Kante: Wer sie verpasst, bekommt keine Sicherheitsupdates mehr. Mit einer sauberen Bestandsaufnahme in den nächsten Wochen lässt sich das Thema ruhig abarbeiten. Wenn Sie Unterstützung bei Inventar, Patch-Management oder der Ablösung alter Systeme brauchen, sprechen Sie mich gern an.

Richard von Rüden
Über den Autor Richard von Rüden Senior Entwickler & AI Engineer

Seit über 15 Jahren entwickle ich Websites und Apps und beschäftige mich intensiv mit KI-Automatisierung sowie Datenschutz. In meinen Artikeln teile ich aktuelle News, fundiertes Fachwissen und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten.

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