Kimi K3: Moonshot AI veröffentlicht die Open Weights

Moonshot AI hat die Open Weights von Kimi K3 freigegeben. Was die Lizenz erlaubt und welche Hardware der Eigenbetrieb voraussetzt.

Eisenspäne bilden das Magnetfeld eines Dipols auf einem Schreibtisch mit Notizen

Moonshot AI hat am 27. Juli 2026 die vollständigen Modellgewichte von Kimi K3 veröffentlicht. Damit löst das Unternehmen die Zusage ein, die es bei der Vorstellung des Modells am 16. Juli gegeben hatte. Die Dateien stehen im offiziellen Hugging-Face-Repository moonshotai/Kimi-K3 zum Download bereit, zusammen mit Lizenztext und Modellkarte.

Was veröffentlicht wurde

Im Repository liegen die Gewichte als Safetensors-Shards im Format MXFP4, einer 4-Bit-Quantisierung. Der Download umfasst nach Angaben mehrerer Beobachter rund 594 Gigabyte.

Die Lizenz ist eine angepasste MIT-Variante und setzt damit die Linie der K2-Reihe fort. Die kommerzielle Nutzung ist grundsätzlich erlaubt, der Text enthält allerdings zusätzliche Bedingungen. Einzelne Berichte nennen abweichende Lizenzmodelle, weshalb ein Blick in die Datei im Repository dem Verlassen auf Sekundärquellen vorzuziehen ist.

Wichtig für die Einordnung: Veröffentlicht sind die Gewichte, nicht das gesamte Projekt. Trainingsdaten und Trainingspipeline bleiben unter Verschluss. Kimi K3 ist damit ein Open-Weight-Modell, aber kein quelloffenes Modell im Sinne der Open-Source-Definition.

Wer es tatsächlich betreiben kann

Der Download ist kostenlos, der Betrieb ist es nicht. Die Größe des Modells schließt lokale Hardware praktisch aus:

  • Für das reine Laden der quantisierten Gewichte werden je nach Rechnung 650 Gigabyte bis 1,4 Terabyte Speicher veranschlagt, vor Laufzeit-Overhead und Key-Value-Cache.
  • In voller Präzision liegen die Schätzungen bei bis zu 1,7 Terabyte.
  • Als praktische Untergrenze für einen Eigenbetrieb werden acht H100-GPUs mit je 80 Gigabyte genannt. Eine einzelne RTX 4090 oder ein Mac Studio reicht auch quantisiert nicht aus.

Für Cloud-Anbieter, größere Forschungsgruppen und Unternehmen mit eigener GPU-Infrastruktur ist das machbar. Für Einzelentwickler und kleine Teams bleibt in der Praxis der Weg über die API oder über Hosting-Anbieter, die das Modell bereitstellen.

Leistung und Einordnung

In unabhängigen Ranglisten liegt Kimi K3 derzeit weit vorn: Platz 2 im Vals-AI-Index und Platz 3 im Intelligence Index von Artificial Analysis, dort hinter Claude Fable und GPT-5.6 Sol Max, bei niedrigeren Kosten als beide.

Technisch setzt das Modell auf Kimi Delta Attention (KDA) und Attention Residuals (AttnRes), verarbeitet Bilder nativ und bietet ein Kontextfenster von einer Million Token. Von den rund 2,8 Billionen Parametern sind pro Token etwa 104 Milliarden aktiv.

Mit der Freigabe verschiebt sich der Abstand zwischen frei verfügbaren und kommerziell geschlossenen Spitzenmodellen weiter. Ob sich das in der Breite auswirkt, hängt weniger an der Lizenz als an den Betriebskosten.

Offene Vorwürfe aus Washington

Parallel zur Veröffentlichung steht ein politischer Vorwurf im Raum. Michael Kratsios, Direktor des Office of Science and Technology Policy im Weißen Haus, warf Moonshot AI am 22. Juli vor, für das Training von K3 gesperrte Nvidia-Chips vom Typ GB300 über Thailand bezogen und in großem Stil US-Modelle destilliert zu haben, darunter Anthropics Fable.

Kratsios unterschied dabei zwischen zulässiger Destillation zur Erzeugung kleinerer Modelle und dem, was er als verdeckte industrielle Destillation zum Zweck des Technologiediebstahls bezeichnete.

Belege stehen bislang aus. Weder Kratsios noch das Weiße Haus haben technische Nachweise, Trainingsprotokolle oder eine forensische Analyse vorgelegt. Mehrere Forscher äußerten sich skeptisch und hielten es für kaum möglich, ein Modell dieser Leistungsfähigkeit im genannten Zeitraum aus Fable-5-Ausgaben zu trainieren. Moonshot AI hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

Richard von Rüden
Über den Autor Richard von Rüden Senior Entwickler & AI Engineer

Seit über 15 Jahren entwickle ich Websites und Apps und beschäftige mich intensiv mit KI-Automatisierung sowie Datenschutz. In meinen Artikeln teile ich aktuelle News, fundiertes Fachwissen und Erfahrungen aus zahlreichen Projekten.

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